Lust auf Leben - Sexualberatung, Sexualtherapie, Psychologische Beratung Basel
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Informationen - Grundlagen

Ursachen für sexuelle Störungen können sein:

1. Frühkindliche Prägungen
2. Verletzende Erfahrungen in der Pubertät und in den ersten Partnerschaften
3. Eigene Glaubenssätze über Sexualität und Beziehung, die aus den ersten beiden Punkten herrühren
4. Traditionen, "Normen" und Erwartungen der Gesellschaft, in der wir leben
5. Beziehungsprobleme in der aktuellen Partnerschaft
6. Länger bestehender unerfüllter Kinderwunsch
7. Körperliche Probleme

 

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1. Frühkindliche Prägungen

Der Mensch ist ein sexuelles Wesen von Geburt an, da er aus einem sexuellen Akt entstanden ist. Das wusste schon Sigmund Freud. Ein kleines Kind ist ein Wesen mit ganz offenen Sensoren, welches alle Energien genau spürt, die um es herum sind. Und so nimmt das Kind ganz genau wahr, wie es um das sexuelle Klima im Elternhaus bestimmt ist.
Hatte das Kind das erwünschte Geschlecht? Durfte es nackt strampeln? Wie wurde der unschuldige Griff an die Genitalien kommentiert? Und später, wenn die Kinder entdecken, dass es ein anderes Geschlecht gibt, durften sie das entspannt erforschen ("Doktorspiele")?
Wie lustvoll sind die Eltern miteinander umgegangen? Wurde im Elternhaus überhaupt über Sex gesprochen? Mit welchen Begriffen wurden die Genitalien bedacht (wertschätzend oder abwertend)? Wie wurden wir aufgeklärt? Als wir als Jugendliche die Eigenliebe entdeckten, wurde das kommentiert - oder wurden wir gar erwischt dabei und bestraft?
Vernachlässigung, Schläge oder gar Missbrauch wirken sich verheerend auf das Selbstwertgefühl und die sexuelle Identität des Heranwachsenden aus. Die Betroffenen leiden oft jahrelang unter dieser Traumatisierung und stossen immer wieder auf die gleichen Schwierigkeiten in ihren Beziehungen, oft ohne zu wissen, was dahintersteckt.

 

6. Länger bestehender unerfüllter Kinderwunsch

Die Zahl der Paare, die auf Grund eines unerfüllten Kinderwunsches eine fortpflanzungsmedizinische Behandlung in Anspruch nehmen, steigt weiter an. Während in den Medien die „Erfolge“ der Fortpflanzungsmedizin dominieren, steht die psychische Situation der ungewollt kinderlosen Paare meist im Hintergrund.

Das Erleben einer solchen Störung, die Diagnose und die entsprechende Behandlung können äusserst belastend sein. Das Resultat sind oft körperliche und seelische Stressreaktionen: Streit, emotionaler Rückzug, Hoffnungslosigkeit, Depression, Wut, Trauer, Neid, Ängste, Minderwertigkeitsgefühle, Isolation, Perspektivlosigkeit… und eben auch sexuelle Störungen in der Paarbeziehung als Folge der Diagnosestellung. Der sexuelle Verkehr kann durch die zeitliche Festlegung auf die fruchtbaren Tage und durch die Verbindung mit einem Ziel jeder Lust beraubt werden. Mit der Dauer des unerfüllten Kinderwunsches kann er noch dazu in immer stärkerem Mass mit dem Gefühl des Versagens verbunden sein.

 

7. Körperliche Probleme

- Erektionsschwierigkeit kann erstes Anzeichen für Herzinfarkt sein
- 50 % der männlichen Diabetiker haben Erektionsstörungen (Effekt steigt mit dem Alter)
- Parkinsonpatienten können durch Medikamente hypersexualisiert werden, oder die Libido geht ganz gegen Null (hängt von der Art der Medikamente ab)
- Prostataentfernung: es kommt zu Inkontinenz, Erektionsstörungen, Spasmen und Schmerzen. Penis wird kleiner und dünner.
- Antidepressiva stören massiv die Orgasmusfähigkeit!
- Betablocker hemmen die Fähigkeit zur Erektion
- Schlaganfall
- multiple Sklerose
- Gebärmutterkrebs
- Zerebrale Schädigung (auch Epilepsie)
- psychische Erkrankungen

 

Somatische Ursachen für Schmerzen beim Verkehr

- alle entzündlichen Prozesse (Pilze, Herpes, Blasenentzündung, Baktieren -> akut und chronisch)
- Hormonelle Faktoren: durch Östrogenmangel bedingte Trockenheit der Vagina
- Endometriose (Schmerzen in der Tiefe des kleinen Beckens, auch beim Verkehr)
- Operationsfolgen (Gebärmutterentfernung, Dammschnitt, Beschneidung!)
- Bestrahlungsfolgen

 

Erscheinungsbilder ohne somatische Ursachen

- Vulvodynie (schmerzhafte juckende und brennende Vulva, auch mit urethalen und rektalen Beschwerden - jede Berührung ist unmöglich!)
- Vaginismus (Penetration gar nicht oder nur unter Schmerzen möglich)
- Dyspareunie (brennende oder krampfartige Schmerzen im Genitalbereich beim Verkehr)
- sexuelle Appetenzstörung (allgemeine Lustlosigkeit, Unlust, Libidomangel, Störung des sexuellen Verlangens)
- Asexualität (Abwesenheit sexueller Anziehung zu anderen oder Mangel an Interesse beziehungsweise Verlangen nach Sex)

 


14.03.2018